Wachstum ohne Grenzen?
- Von Andreas Mettler
- Veröffentlicht 7 January 2012
- Finanzen
- Nicht bewertet
Andreas Mettler
Andreas Mettler ist ein schreibender und programmierender Sozialpädagoge aus dem Sauerland.
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Beim Menschen ist es normal, dass er irgendwann spätestens im 18. oder 19. Lebensjahr als ausgewachsen gilt. Keine Mutter käme auf die Idee, sich Sorgen um ihren 30-jährigen Sohn zu machen, traurig den Kopf zu schütteln und zu jammern: „Der Junge wächst einfach nicht mehr.“ Endloses Wachstum gibt es in der Medizin nur im Zusammenhang mit dem Krebs und ein solches Wachstum ohne Grenzen ist sicherlich nicht das, was sich betroffene wünschen. In der Wirtschaft hingegen gilt das absurde Prinzip, sie müsse stetig weiter wachsen. Und die Schuldenpolitik der westlichen Staaten ist auch entsprechend ausgelegt, dass nur mit dauerhaftem Wirtschaftswachstum das Verhältnis zwischen Steuereinnahmen und Schulden in einem guten Verhältnis bleibt. Dass dieses Konzept nicht gerade von nachhaltigem Denken geprägt ist, erkennt man nicht nur an den Finanz-, Euro- und Schuldenkrisen. Auch virtuelle Schuldenbremsen lösen die Probleme nicht wirklich, solange die Realpolitik sich genau am Gegenteil orientiert: Seit Einführung der Schuldenbremse wurden so viele neue Schulden gemacht, wie noch nie zuvor in der Bundesrepublik und auch in den Wachstumsjahren 2010 und 2011 stieg die Neuverschuldung weiter. Wenn in guten Jahren neue Schulden gemacht werden, wie sollen diese dann in Zeiten des fehlenden Wachstums zurück gezahlt werden? Politik und Wirtschaft müssen sich zweifellos etwas nachhaltiger orientieren, wenn die sogenannten „westliche zivilisierten Nationen“, wie sie ein wenig erfolgreicher US-Präsident vor einigen Jahren benannte, überleben wollen. Ökologische Fonds sind nur ein Ansatz, etwas mehr Nachhaltigkeit in unsere Wirtschaft zu bringen.
