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Das Augentier als Konsument
- Von Patrick Berger
- Veröffentlicht 22 October 2008
- Dienstleistung
- Nicht bewertet
Patrick Berger
Ich hab die HAK in Österreich mit dem Schwerpunkt Informatik abgeschlossen und studiere jetzt Wirtschaftswissenschften an der Universität Innsbruck im anbrechenden vierten Semester
Alle Artikel Anzeigen von Patrick BergerZwei Arten Design
Den Bereich des Packagingdesign, der dafür steht, heißt Konsumgüter-Design
und ist ein marktwirtschaftlicher Motor, der nicht unterschätzt werden sollte.
Die Menschen besitzen eigentlich alles, was sie für ein gutes Leben brauchen
und könnten zufrieden sein. Das gesellschaftliche Streben ist aber auf
Schneller, Höher, Weiter ausgelegt und da sich dies mit gleich bleibenden
Umsatzzahlen nicht bewerkstelligen lässt, werden ständig neue Produkte
ersonnen. Damit diese angenommen werden, muss nicht nur die Produktqualität
stimmen, sondern gerade das Packagingdesign schmeichelt sich im ersten
Moment beim Konsumenten ein, bringt ihn dazu, sich die Neuheit näher zu besehen
und über einen Probekauf zu entscheiden. Es heißt zwischenmenschliche
Sympathien entscheiden sich in den ersten fünf Sekunden. Bei der
Mensch-Produkt-Beziehung verhält es sich nicht anders. Die Aufgabe des Konsumgüter-Design
ist es nun eine wahrliche Schwerwiegende und so muss die beauftragte
Werbeagentur in enger Zusammenarbeit mit dem Unternehmen allerhand Studien und
Erhebungen anstellen, um das Packagingdesign letztlich so zu gestalten,
dass es von einer möglichst breiten Masse möglichst positiv aufgenommen und als
Innovation verstanden wird. Es werden im Arbeitsprozess Analysen
gesellschaftlicher Orientierung erstellt, die soziale Aspekte untersuchen und
hervorheben und kulturelle Eigenheiten vor Augen führen. Denn natürlich wird
von Anfang an durch das Produktdesign auch gleich die Werbelinie festgelegt,
die entscheidend ist über Erfolg oder Misserfolg des Projekts.
Der Kunde ist inzwischen aber auch informierter und weiß Bescheid über
Konsumgüter-Design und Packagingdesign und weiß grundsätzlich, dass er durch diese wohl bedachten Faktoren zum Kauf verführt werden soll. Somit wird sein Auge immer noch kritischer und anspruchsvoller, was wieder die Arbeit der Designer schwieriger gestaltet, je länger diese Entwicklung anhält. Doch der Mensch ist bekanntlich ein Augentier und diese archaische Grunddisposition ist es letztlich, was unsere Wirtschaft antreibt.