Es scheint ja hinlänglich bekannt, dass Geld die Welt regiert. Mit Geld und Reichtum stehen einem viele Wege und Tore offen, die einem ansonsten verwehrt bleiben müssten. Die viel interessantere und weniger floskelhafte Frage ist aber die folgende: Wer regiert denn das Geld? Tatsächlich behauptet man, dass beinahe das gesamte Finanz- und Geldwesen dieser Welt an einigen zentralen Stellen zusammenläuft und erstaunlich eng verknüpft ist. Die Geldströme lägen, so behauptet man, mehr oder minder in der Macht einer Handvoll Menschen, die über großen Einfluss verfügen. Ob das nur übliche Weltverschwörungstheorien sind, die allerorts entstehen oder ob ein wahrer Kern in dieser Aussage steckt – das sei mal dahin gestellt. Es ließe sich ohnehin schwerlich nur nachprüfen, inwieweit der Mythos vom kontrollierten Geld und geschickt gelenkten Geldströmen in der Wirklichkeit eine Entsprechung hat. Interessant bleibt die Frage nichtsdestotrotz: Wenn Geld die Welt regiert, wer regiert dann das Geld? Sind es die Regierungen, einzelne Geschäftsleute, große Firmen? Sind es Organisationen? Oder ist es doch die breite Masse des einzelnen Bürgers? Auch hierauf ist es sehr schwer, eine kurze und bündige Antwort zu finden, die zugleich präzis und nachvollziehbar ist. In manchen Ländern konzentriert sich sowohl die militärische und politische als auch die wirtschaftliche Macht in den derzeit herrschenden Regimen oder Diktatoren. In anderen Ländern liegt die finanzielle Macht noch immer bei der Mittelschicht, , die ihre finanziellen Reserven in
Privatbanken hinterlegt. Diese ist aber nicht „gebündelt“, weil der Mittelstand nicht als eine homogen funktionierende Masse entscheidet. In wieder anderen Ländern ist hingegen deutlich, dass gewisse Branchen oder Großunternehmen durch ihre finanzielle Macht auch politisch Gewicht haben.