Der klassische Western befasst sich in erster Linie mit dem Mythos um
die Erschließung des sogenannten Wilden Westens der USA. Die ersten
Filme dieses Genres hatten entweder den Bau der Eisenbahn oder einen
meist gefahrvollen Planwagen Treck der Siedler zum Thema. Zunächst
waren immer die Indianer die Bösen, gegen die sich die mutigen Arbeiter
der Eisenbahn oder die heldenhaften Treckführer zur Wehr setzen mussten.
In den 1950er und 1960er Jahren verlagerten sich die Schauplätze in die
typischen kleinen Westernstädte. Dort waren es dann der Sheriff oder
ein wortkarger Einzelgänger, die die Stadt gegen ein Reihe von Schurken
verteidigen mussten.
Der wohl berühmteste Film dieser Jahre ist "High Noon" mit Grace Kelly
und Gary Cooper. Die Handlung dieses Klassikers ist einfach. Ein Kampf
Gut gegen Böse, bei dem es zu einem Showdown auf einer verlassenen
Straße kommt und der Sheriff selbstverständlich am Ende siegt.
Beliebte Schauplätze waren Saloons in denen wüste Prügeleien, meistens
um Frauen, stattfanden oder Forts, in denen mutige Soldaten Angriffe
von Indianern abwehren mussten. Die Helden hießen John Wayne, Glenn
Ford oder James Stewart. Vorallem John Wayne gilt als der Westernheld
schlechthin. Viele Kritiker halten seinen Film "Rio Bravo" für den
besten Western aller Zeiten.
Aber es gab auch andere Arten von Westernfilmen. Die sogenannten Italo
Western hatten mit einem klassischen Western nicht mehr viel gemein.
Charles Bronson und Clint Eastwood verkörperten die neue Helden,
zynischen Einzelgänger in einer kargen Kulisse mit sehr viel mehr
Gewalt.
Zwei unterschiedliche Filme leiteten einen Umbruch in der Geschichte
der Western ein: Kevin Costners "Der mit dem Wolf tanzt", der die
Indianer aus einem anderen Blickwinkel zeigt und "Brokeback Mountain"
mit
Heath Ledger und
Jake Gyllenhall, der ein Tabu bricht und die
Geschichte zweier homosexueller Cowboys erzählt.
Der erfolgreichste deutsche Film ist in gewisser Weise auch ein
Western, wenn auch als Persiflage, Bully Herbigs "Der Schuh des Manitu".